Flächeninanspruchnahme und Versiegelung

Schonung durch Optimierung des Liegenschaftsbestands

In seiner Entwicklungsstrategie geht der Konzern verantwortungsvoll mit Flächenressourcen um und setzt verstärkt auf die Verdichtung bereits bebauter Grundstücke sowie den Erhalt und Verbesserung seiner großteils im Bestand befindlichen Gebäude. Daher hat er größtes Interesse an der Langlebigkeit seiner Immobilien, wofür er jährlich in groß angelegte Sanierungen und Instandhaltungen investiert.

Zum Portfolio der BIG zählen große Wald- und Grünflächen wie zum Beispiel Teile des grünen Praters oder der Sternwartepark.

Freiraumplanung und Quartiersentwicklungen

Da in den kommenden Jahren mit einer Bevölkerungszunahme in den Städten und der Zunahme von Hitzetagen zu rechnen ist, wird die Mitplanung von freiraumplanerischen Maßnahmen immer wichtiger. Auch die Einwirkung der Gebäude auf ihre Umgebung durch Ausrichtung oder der Beschaffenheit der Gebäudehülle zu beachten, kann das Mikroklima positiv beeinflussen. Eine Stärke der BIG und der ARE DEVELOPMENT liegt in der langfristigen Quartiersentwicklung, in der Faktoren wie diese berücksichtigt werden können.

Weiterentwicklung von Ausgleichsmaßnahmen

Ausgleichsmaßnahmen auf und um Gebäude wirken der Versiegelung entgegen. Um diese kosten- und ressourceneffizient einsetzen zu können, wurden die Kriterien des GREENPASS©, an dessen Entwicklung die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) und die Technische Universität Graz beteiligt waren, in das Holistic Building Program der BIG aufgenommen. Damit sollen Veränderungen durch Maßnahmen wie Freiraum- oder Gebäudebegrünungen, Wasserflächen oder andere aufgezeigt und errechnet werden - das hilft Gebäude langfristig energieeffizienter zu bewirtschaften und Kosten durch nachträgliche Planungsänderungen zu sparen. Im Rahmen von Pilotprojekten unterstützen wir die Weiterentwicklung von Gebäudebegrünungen und Wasserretention hier geht es zu einigen Beispielen:

GrünPlusSchule GRG7

Im dicht verbauten 7. Bezirk in Wien ist eine Grünoase im und um das BRG Kandlgasse entstanden, die sich nicht nur zu einer im öffentlichen Interesse stehenden Forschungsstation etabliert hat, sondern auch messbar das Mikroklima im Innen- und Außenbereich verändert. Erste Ergebnisse wurden jüngst im Rahmen der Newton-Fernsehreihe  Stadt 4.0: Grün statt Grau gezeigt. An heißen Sommertagen ist es im begrünten Innenhof um 5 Grad kühler, etwa 20 Grad Unterschied wurden direkt an der Wand gemessen.

Bei Altbauten wie diesem - ohne Dämmung der Außenwand - erzielte die begrünte Fassade bis zu 20% weniger Wärmeverluste, wodurch wiederum Strom und Heizungsenergie eingespart werden kann. Gleichzeitig wird die Fassade von Schlagregen und Witterung geschützt.

Begrünung von Dachflächen

Der Gebäudebestand der BIG kann bereits auf einige vor allem extensiv begrünte Dachflächen verweisen, die aktuell erfasst werden. Die jüngste großflächige Begrünung wurde für die HTL St. Pölten vorgenommen, auch dort in Kombination mit einem eigens entwickelten hoch wasserspeichernden Substrat.

Auf ca. 6.000m2 Dachfläche der Werkstättenhalle wurde die Regenwasserrückhaltung durch Aufbringen eines Exentensivsubstrates, anstelle des bisherigen Blechdaches, wesentlich verbessert und kann jetzt ein Abflußbeiwert von 0,5 angesetzt werden. Als Dachbahn wurde eine biozidfreie Variante mit technischem Wurzelschutz gewählt, um die Umwelt zu entlasten.

Retentionsfläche Draingarden

In der HTL St. Pölten, der Pä­da­go­gischen Hoch­schu­le Ba­den und der HLW Türnitz wur­den Ver­sickerungs­flächen in Ver­bin­dung mit hoch was­ser­speich­ern­den Boden­subs­traten mit Erfolg getestet. Beispiel Draingardenerweiterung Parkplatz HTL St. Pölten: Wo vorher ein mit Folie ummanteltes Kiesrigol mit Abflußdrossel als verzögerte Einleitungsmaßnahme in den öffentlichen Kanal diente, kam nun ein von der Universität für Bodenkultur in Wien (BOKU) gemeinsam mit heimischen Unternehmen entwickeltes Bodensystem zum Einsatz. Im Ergebnis wurde das System auf über 4.000m2 PKW-Parkfläche eingesetzt. Pro Kubikmeter Substrat kann dieser mit speziellen Bodensubstraten gefüllte Bodenfilter  bis zu 450 Liter Wasser speichern, das in einer nachfolgenden Trockenperiode wieder an die Bepflanzung (Bäume, Sträucher) abgegeben wird und die direkte Umgebung um bis zu 1 Grad abkühlt. Gleichzeitig wird der Kanal entlastet, da nur noch ein kleiner Teil des Regenwassers langsam gefiltert in das Grundwasser versickert.

Die Pflanzen verdunsten ihrerseits das gespeicherte Wasser und kühlen dadurch ihre Umgebung. Auch die Beschattung durch die Bäume verhindert das Aufheizen der Asphaltflächen durch Sonneneinstrahlung, was zur rascheren abendlichen Abkühlung und Verbesserung des Mikroklimas beiträgt. So sollte ab der 3.-4. Wuchsperiode ein Gießaufwand nur noch in langen Trockenperioden entstehen, danach befindet sich die Bepflanzung in der Regel versorgungstechnisch im Gleichgewicht. Ein weiterer Vorteil ist, dass der DRAINGARDEN Kohlenwasserstoffe ausfiltert und durch die in ihm lebenden Mikroorganismen mit der Zeit auch abbauen kann.

Pilot Zwischennutzung

2018 startet ein Pilotprojekt der ARE DEVELOPMENT zur temporären Bewirtschaftung: Hier werden in Kooperation mit dem Verein Morgentau auf den im Vorfeld der Bauprojektentwicklung brach liegenden Flächen des Quartiers 12 im Grazer Stadtentwicklungsgebiet Reininghaus über 5.000 m² für Selbsterntegärten für Biogemüse zur Verfügung gestellt.

In Ergänzung dazu wird zum Berichtszeitpunkt die Bewirtschaftung des Areals durch Wanderbienen geprüft.