Energie & Umwelt

Kinder im Klimagarten in der BG Kremszeile,Foto: Christian Brunner

Umwelt

Bei Investitionen setzt die BIG auf die Weiterentwicklung interner Standards, die Einbeziehung von Qualitätskriterien in die Leistungsbeschreibung für den Generalplanervertrag sowie die Beratungsqualität für ihre Kunden durch die im jeweiligen Projekt involvierten Mitarbeiter. Die Unterschiedlichkeit innerhalb des Portfolios und der Anspruchsgruppen erschwert eine Standardisierung.

Um die Nachhaltigkeit der Gebäude dennoch gezielt steuern und dokumentieren zu können, hat die BIG das Planungs- und Steuerungstool Holistic Building Program (HBP) entwickelt, mit dem ihre vielfältigen Gebäudetypen über deren gesamten Lebenszyklus zukunftsfit gemacht werden können, sofern dies beauftragt wird. In dessen Entwicklung sind eigene Erkenntnisse aus der Analyse des Immobilienbestandes sowie wesentliche Kriterien der führenden Zertifikate eingeflossen, die individuell an die Anforderungen eines Projektes angepasst werden können.

2018 wurde zudem die Digitalisierung der HBP-Kriterien beauftragt, um mit einem Onlinetool die Beratung, Planung, Ausführung und den Betrieb zu erleichtern. Für die Weiterentwicklung der internen Standards sollen nachhaltige Kriterien bereits vor Wettbewerbsphase definiert und bis zur Umsetzung weiterverfolgt werden. Best-Practice-Beispiel ist das Justizgebäude Salzburg, bei dessen Generalsanierung 76 von 83 Einzelkriterien des HBP umgesetzt werden konnten.

Die Betrachtung der Lebenszykluskosten ist ein wichtiger Schlüssel - wenn nicht der wichtigste Schlüssel - für die Rentabilität nachhaltiger Investitionen in Gebäude und gibt Aufschluss über die langfristige Wirkung von Investitionen die sich in der Nutzungsphase bei Betriebs-, Reinigungs-, Ver- und Entsorgungskosten niederschlagen.Wesentlich für den Erfolg ist, dass bereits bei der Planung auf ökologische und nachhaltige wirtschaftliche Aspekte für den Bau, die Betriebsführung und die Funktionalität der Nutzung geachtet wird. Eine Herausforderung stellt die in manchen Fällen getrennte Budgetbetrachtung von Errichtungskosten (oder Mietbudgets) und langfristigen Betriebskosten bei Projekten der öffentlichen Hand dar. Hier müssen noch Mechanismen gefunden werden, die eine gesamtheitliche Betrachtung aller Investitionskosten rund um den Lebenszyklus der Immobilie ermöglichen.

Forschung & Innovation

Um nachhaltig und zukunftsorientiert bauen, sanieren und bewirtschaften zu können, braucht es Weiterentwicklung. Eines unserer Anliegen ist es daher neue Technologien und Innovationen voranzutreiben. Die BIG bewirtschaftet Immobilien, die heute und morgen unterschiedlichste Funktionen erfüllen müssen. Sie sind von hoher architektonischer und baulicher Qualität, die einen Mehrwert schaffen sollen – nicht nur für sämtliche Nutzer, auch für das Umfeld und die Gesellschaft insgesamt. Erkenntnisse, die wir aus Bau und Bewirtschaftung gewinnen, helfen uns ebenfalls Maßnahmen weiter zu entwickeln, lesen Sie mehr... 

BIG internes Umweltmanagementsystem (UMS)

Als einer der größten Immobilieneigentümer Österreichs hat sich die BIG zum Ziel gesetzt, das eigene Immobilienportfolio nachhaltig und zukunftsorientiert zu bewirtschaften. Energieeffizienz und Klimaschutz sind dabei zentrale Schlüsselthemen, sowohl bei Neubauten als auch bei der laufenden Verbesserung des Bestands. Ziel ist nicht nur die reine energetische Optimierung der Hülle, sondern eine ganzheitliche Betrachtung des Gebäudes. Voraussetzung dafür ist aber, dass Mieter und Nutzer die damit verbundenen zusätzlichen Investitionskosten tragen und ihre Bestellung bei der BIG dementsprechend definieren.

Im Zuge der Erstellung der Energieausweise wurde ein großer Teil des BIG-Portfolios energetisch „unter die Lupe“ genommen. Demzufolge befindet sich ein Drittel des untersuchten Bestandes auf Niedrigenergiehausstandard oder besser. Zwei Drittel sind entweder gut oder brauchbar. In Bezug auf die Fläche werden ca. 70 Prozent der BIG-Gebäude mit Fernwärme beheizt. Aber auch andere erneuerbare Energieträger wie Geo-Erdwärme, Wärmepumpen oder Photovoltaik kommen zum Einsatz.

Nachhaltige Beschaffung

Umweltschutz und Nachhaltigkeit spielen entlang der gesamten Wertschöpfungskette eine große Rolle. Aus diesem Grund achtet die BIG bereits bei der Auswahl Lieferanten verstärkt auf umweltrelevante und ökologische Standards. In Abstimmung mit dem „Österreichischen Aktionsplan zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung“ werden zurzeit unterschiedliche Produktgruppen durchleuchtet und entsprechende BIG-interne Standards und Kriterien entwickelt.  So müssen beispielsweise neue Kraftfahrzeuge zumindest die EURO VI Abgasnorm erfüllen oder Büroartikel vorzugsweise aus wiederverwendbaren Rohstoffen bestehen.

Umweltmanagement nach ISO 14001

Umwelt- und Klimaschutz bezieht sich bei der BIG nicht nur auf die nachhaltige Ausrichtung des Gebäude-Portfolios. Ein besonderes Anliegen ist der BIG die laufende Minimierung der Umweltauswirkungen im eigenen Bürobetrieb und bei den erbrachten Dienstleistungen, auch über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. Durch vorsorgende Umweltmaßnahmen werden Betriebskosten eingespart und das Bewusstsein der Mitarbeiter für Umweltschutz geschärft.

Vom konsequenten Abfallmanagement über die Einsparung von Papier bis hin zum Einsatz von Bewegungsmeldern, LED-Leuchten und treibstoffsparenden Fahrzeugen – Einsparungspotenziale wurden gemeinsam mit internen und externen Experten systematisch erfasst sowie konkrete Maßnahmen umgesetzt.

Die Zentrale in Wien wurde bereits mehrfach im Rahmen des Ökobusinessplans der Stadt Wien ausgezeichnet.

begrüntes Dach in Kombination PV in GRG Kandlgasse, Foto: BIG

Energie

Die BIG ist mit Teilen ihres Portfolios im Rahmen des EEffG verpflichtet, von 2014 bis 2020 in ihrem Gebäudebestand insgesamt 125 GWh einzusparen – das entspricht dem jährlichen Energieverbrauch einer Kleinstadt. Das wollen wir mit thermischen Sanierungen, Energieeinsparcontracting und Instandhaltungsmaßnahmen erreichen. Unserem strategischen Schwerpunkt folgend und zur Unterstützung der Klimaziele haben wir uns darüber hinaus das Ziel gesetzt, die Energieeffizienz unserer Gebäude zu erhöhen sowie energietechnisch relevante Verbesserungen bei Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen unter Ausnützung vorhandener Einsparungspotentiale noch weiter zu verstärken.

Bei Sanierungs-, Erweiterungs- und Neubauprojekten wird bereits in der Planungsphase auf eine energieeffiziente Planung Wert gelegt. Die meisten Sanierungsprojekte gehen mit einer Erweiterung bzw. einem Umbau einher, um die Funktionalität individuell anzupassen und zu verbessern. Hier erfolgt nicht nur die rein energetische Optimierung der Hülle, sondern eine ganzheitliche Betrachtung des Gebäudes in Hinblick auf den damit verbundenen Energieeinsatz. Voraussetzung dafür ist, dass Mieter und Nutzer die damit verbundenen zusätzlichen Investitionskosten mittragen und bei der BIG, die sie in nachhaltigen Belangen berät, beauftragen.

Die in den letzten Jahren gesetzten Maßnahmen zeigen bereits Wirkung:
  1. Thermische Sanierungen: Eine Analyse der größeren Sanierungsprojekte der letzten Jahre zeigt, dass durch gezielte Maßnahmen wie thermische Sanierung oder Erneuerung der Anlagentechnik durchschnittlich 48% Endenergie eingespart werden konnten. Dazu kommen zahlreiche Einzelmaßnahmen, wie die Sanierung der Leitprojekte  Amtshaus Bruck/Mur und der Fakultät für Technische Wissenschaften Uni Innsbruck des Forschungs- und Technologieprogramms „Haus der Zukunft Plus“ des BMVIT, wodurch alleine schon eine jährliche Einsparung von 363 Tonnen CO2 erzielt werden konnte - gleichzeitig flossen die Erkenntnisse daraus in einen BIG-eigenen Kriterienkatalog, aus dem sich das Holistic Building Program entwickelte, das nun auf alle Projekte angewendet werden kann.
     
  2. Energieeffizienz: Mittels der ausgewiesenen Effizienzklassen der Energieausweise wurde das aushangpflichtige Portfolio energetisch bewertet. Ein Drittel des untersuchten Bestandes weist zumindest die Energieeffizienzklassen A++, A+, A oder B auf.
     
  3. Energieeinsparcontracting: Energieeinsparung seit 1999: CO2-Einsparung  rund 160.000 Tonnen = Energiekosteneinsparung rund EUR 41 Mio.
Energiemix

Die Möglichkeit des Einsatzes von erneuerbaren Energiesystemen wird bei allen Projekten in der Planung auf wirtschaftliche und technische Aspekte hin überprüft und wenn möglich umgesetzt. Ziel bei Sanierungen ist der Abbau von fossilen Energieträgern, soweit alte Heizsysteme nicht als Subsidiärsysteme aufrechterhalten werden müssen. Die Energieträger der Hauptheizsysteme in Bezug auf die Gebäudefläche des Konzernes teilen sich wie folgt auf: 72,6 % werden mit Fernwärme beheizt, 22,4 % mit fossilen Brennstoffen, 4,2 % aus erneuerbaren Energieträgern und 0,8 % mit Strom.

Bei Neubau sowohl von Büro als auch von Wohnimmobilien werden die energieeffizient geplanten Gebäude vorrangig durch Fernwärme versorgt, fossile Energieträger kommen grundsätzlich nicht mehr zum Einsatz. Wenn der Anschluss an eine Fernwärmeversorgung nicht möglich ist, werden mit dem Kunden die Möglichkeiten für umweltfreundliche Alternativen evaluiert. Zunehmende Beachtung in der Planungsphase finden klimaoptimierte Maßnahmen in Zusammenhang mit dem steigenden Kühlbedarf von Gebäuden im verdichteten urbanen Bereich. Mit dem Einsatz von Umwelttechnologien wie Geothermie, Solarthermie, Betonkernaktivierung, Wärmerückgewinnung und Photovoltaikanlagen unterstützt die BIG Maßnahmen zur Erreichung der Umweltziele und Erkenntnisgewinnung für die Zukunft.

Energieeffizienz

Die Energieeffizienz unserer Gebäude und ihres Betriebes ist eines unserer großen Schwerpunktthemen:

Mittels der ausgewiesenen Effizienzklassen der Energieausweise wurde das aushangpflichtige Portfolio energetisch bewertet. Rund ein Drittel der Gebäudeflächen weist Energieeffizienzklassen A oder B auf. Die Energieeffizienzklassen A (beinhaltet A++, A+ und A) bis C konnten jeweils um 0,5 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Gleichzeitig konnte der Anteil der Energieeffizienzklassen D bis G um 1,5 % konzernweit reduziert werden.

Die BIG hat sich entschieden, die neue Erstellungs-Periode (EAVG 2012) dazu zu nutzen, die Qualität und Aussagekraft der Energieausweise zu steigern. Hierfür wurden bestimmte Qualitätskriterien definiert, die durch die Durchführung einer Interessentensuche zur Energieausweisberechnung sowie eine BIG-interne Qualitätssicherung sichergestellt werden sollen. Das Auswahlverfahren wurde 2018 abgeschlossen und die neuen Beauftragungen der Energieausweise können mit den definierten Qualitätskriterien 2019 starten. Ziel ist es, die im Energieausweis vorhandenen Daten (Energiekennzahlen wie z. B. Heizwärmebedarf, Kohlendioxidemissionen, Anteil erneuerbarer Energien sowie Gebäudedaten wie z. B. Energieausweisklasse, konditionierte BGF) strukturiert abzuspeichern, um sie für weitere Auswertungen und energetische Bewertungen des Portfolios nutzen zu können.

Eine Analyse der größeren Sanierungsprojekte der letzten beiden Jahre zeigt , dass durch gezielte Maßnahmen wie thermische Sanierung oder Erneuerung der Anlagentechnik bis zu 48 % Endenergie eingespart werden konnte.

Betriebsführung

Ziel ist der energieeffiziente Betrieb von Gebäuden durch Beratung vor Planung für Neubau und Generalsanierung, eine fachgerechte Inbetriebnahme, laufende Wartung sowie eine geeignete Betriebsführung und effiziente Steuerung.

Da die Höhe des Endenergieverbrauchs von diesen Faktoren und dem realen Verbrauch bei Nutzung sowie dem Nutzerverhalten abhängt, ist die frühzeitige Einbeziehung von Betriebsführungs- oder Energieeffizienzexpertinnen in die Entwurfsplanung entscheidend. Eine integrale Planung wie diese hilft Fehler von vornherein zu vermeiden und Kosten durch nachträgliche Investitionen einzusparen. Dafür bietet die BIG Beratung von der Planung über die Betreuung bis hin zur Ausarbeitung von Optimierungskonzepten durch ihre Objekt & Facility Management Teams an. Für den energieeffizienten Betrieb sind die Phasen der Fertigstellung und die Einregulierung der Anlagen wesentlich. In diesen Phasen ist die Betriebsführung der BIG bereits mit ausgewählten Qualifikationen vor Ort. Somit ist ein kontinuierlicher Übergang in den Tagesbetrieb sichergestellt. Während des laufenden Betriebs erfolgt eine kontinuierliche Optimierung der Betriebszustände und Wartungszyklen sowie eine regelmäßige Sensibilisierung des Nutzers für ein energiesparendes Verhalten auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse. Eine Optimierung des Betriebs und Beratung des Nutzers erfolgt darüber hinaus im Zuge des Energieeinspar-Contractings.

Erfolgsmodell Contracting

Einen großen Beitrag zur Erfüllung des Energieeffizienzgesetzes leistet das Energieeinsparcontracting im Rahmen der „Bundescontracting Offensive“ in Kooperation mit dem Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort.

Eine Optimierung des Betriebs und Beratung des Nutzers erfolgt darüber hinaus im Zuge des Energieeinspar- Contractings im Rahmen der „Bundescontracting Offensive“ in Kooperation mit dem Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, mit dem seit 2014 ein großer Beitrag zur Erfüllung der Reduktion des Energieverbrauchs geleistet wird. Durch den über Ausschreibungen gewonnenen Einsatz von Planungsbüros und Technologieunternehmen zur Optimierung technischer Anlagen in Bürobestandsgebäuden wird der Gebäudebetrieb energieoptimiert gestaltet: Der Gebäudeeigentümer (BIG) und die Gebäudemieter (in der Regel Ministerien) beauftragten ein externes Dienstleistungsunternehmen (Contractor), um Energieeinsparmaßnahmen in den Gebäuden während der Vertragslaufzeit zu realisieren und für die Betriebsführung ausgewählter energietechnischer Anlagen zu sorgen. Der Contractor setzt jene Maßnahmen um, die sich während der Vertragslaufzeit durch die eingesparten Energiekosten refinanzieren. Er garantiert eine gewisse Höhe der Energiekosteneinsparung und wird danach vergütet.

Zum Berichtszeitpunkt befinden sich 33 % der Mietflächen der BIG - ohne jener der Universitäten, da diese vom Contracting ausgenommen sind - in Contractingverträgen. Seit dem Start des Contractings 1999 konnten bis einschließlich 2017 rund 160.000 Tonnen CO2 und rund EUR 41 Mio. eingespart werden.