Energie

PV- und Gründachkombination in GrünPlusSchule Kandlgasse, Wien; Foto: BIG

Wir haben und das Ziel gesetzt, das eigene Immobilienportfolio nachhaltig und zukunftsorientiert zu bewirtschaften. Daher sind Energieeffizienz und Klimaschutz zentrale Schlüsselthemen, sowohl bei Neubauten als auch bei der laufenden Verbesserung des Bestands. Ihrem strategischen Schwerpunkt folgend und zur Unterstützung der nationalen Klimaziele, hat sich die BIG das Ziel gesetzt, die Energieeffizienz ihrer Gebäude weiterhin verstärkt zu erhöhen und gezielt in Maßnahmen zu investieren, die zu einer Verbesserung des energetischen Zustands der Gebäude und zu einer Wertsteigerung des gesamten BIG Portfolios beitragen.  Darüber hinaus ist die BIG gemäß Bundes-Energieeffizienzgesetz (EEffG) mit Teilen ihres Portfolios verpflichtet, von 2014 bis 2020 in ihrem Gebäudebestand insgesamt 125 GWh einzusparen – das entspricht dem jährlichen Energieverbrauch einer Kleinstadt. Ein Ziel, das wir mit thermischen Sanierungen, Energieeinspar-Contracting und Instandhaltungsmaßnahmen erreichen wollen. Erhöhung der Energieeffizienz durch Sanierung Im Rahmen von Generalsanierungsprojekten erfolgt eine ganzheitliche Betrachtung des Gebäudes in Hinblick auf den damit verbundenen Energieeinsatz. Daher gehen die meisten Sanierungsprojekte aufgrund veränderter Raumfunktionen mit einem Umbau bzw. einer Erweiterung einher. Ziel ist nicht nur die reine energetische Optimierung der Hülle, sondern eine ganzheitliche Betrachtung des Gebäudes. 

Im Zuge der Erstellung der Energieausweise wurde ein großer Teil des BIG-Portfolios energetisch „unter die Lupe“ genommen, das nun seit 2019 mit höheren Qualitätskriterien neu berechnet wird. Eine Analyse der größeren Sanierungsprojekte der letzten Jahre zeigt, dass durch gezielte Maßnahmen wie eine thermische Sanierung oder Erneuerung der Anlagentechnik bis zu 48 % Endenergie eingespart werden konnten. So konnten im Jahr 2019 bei den 5 fertig gestellten Generalsanierungsprojekten durch thermische Maßnahmen die Energieeffizienzklassen des Heizwärmebedarfs von Klasse C und schlechter auf Klasse B verbessert werden und ein Objekt von Klasse G auf Klasse C.

Heizwärmebedarf vor und nach Sanierung v. Gebäuden 2019
Erneuerbare Energien & Energiemix

Ein Ziel zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen (THG) ist der zeitnahe Ausstieg aus im Gebäudebestand noch vorhandenen fossilen Energieträgern und die Erhöhung des erneuerbaren Anteils im Bestand und Neubau. 

Ausstieg aus fossilen Brennstoffen 2025.

Damit sollen primäre und sekundäre auf Öl und Erdgas basierende Wärmeerzeugungssysteme nach Erreichen der wirtschaftlichen oder technischen Lebensdauer, spätestens bis 2025 gegen erneuerbare Systeme ausgetauscht oder an Fern- bzw. Nahwärmenetze angeschlossen werden. Für Objekte, wo dies in Ausnahmefällen nicht umsetzbar ist, werden entsprechende Ausstiegskonzepte erarbeitet. Aktuell teilen sich die Energieträger der Hauptheizsysteme in Bezug auf die Gebäudefläche des Konzerns wie folgt auf: 75,1 % (2018: 72,6 %) werden mit Fernwärme beheizt, 20,4 % (2018: 22,4 %) mit fossilen Brennstoffen, 3,6 % (2018: 4,2 %) mit erneuerbaren Energieträgern und 0,9 % (2018: 0,8 %) mit Strom. Der Konzern ist zu 100 % frei von Kohleheizungen.

PV-Initiative 2023.

Jedes Projekt wird im Hinblick auf den Einsatz von erneuerbaren Energien geprüft und bei rechtlicher und wirtschaftlicher Eignung umgesetzt. Mit dem Einsatz
von Umwelttechnologien wie Geothermie, Solarthermie, thermischer Bauteilaktivierung, Wärmerückgewinnung und Photovoltaikanlagen unterstützt die BIG Maßnahmen zur Erreichung der Umweltziele und Erkenntnisgewinnung für die Zukunft. 
Allen voran soll die Nutzung der Solarenergie forciert werden. Ab 2020 sollen auf mindestens 20 Hektar Dachflächen Photovoltaikanlagen installiert werden, das bedeutet, dass bis 2023 jedes Jahr rund 50.000 m² Dachfläche mit PV-Anlagen ausgestattet werden, gestartet wird damit in allen Bundesländern.

Energiemix der BIG 2019
Energieeffizienz der Gebäude

Die BIG hat sich entschieden, die neue Erstellungs-Periode (EAVG 2012) dazu zu nutzen, die Qualität und Aussagekraft der Energieausweise zu steigern. Hierfür wurden bestimmte Qualitätskriterien definiert, die durch die Durchführung einer Interessentensuche zur Energieausweisberechnung sowie eine BIG-interne Qualitätssicherung sichergestellt werden sollen. Das Auswahlverfahren wurde 2018 abgeschlossen und die neuen Beauftragungen der Energieausweise können mit den definierten Qualitätskriterien 2019 starten. Ziel ist es, die im Energieausweis vorhandenen Daten (Energiekennzahlen wie z. B. Heizwärmebedarf, Kohlendioxidemissionen, Anteil erneuerbarer Energien sowie Gebäudedaten wie z. B. Energieausweisklasse, konditionierte BGF) strukturiert abzuspeichern, um sie für weitere Auswertungen und energetische Bewertungen des Portfolios nutzen zu können.

Für das aushangpflichtige Portfolio wurden bereits in der Vergangenheit die erforderlichen Energieausweise erstellt. Aufgrund der 10-jährigen Gültigkeit ist eine sukzessive Neuausstellung der Energieausweise erforderlich. Für deren Neuberechnung haben wir die Qualitätskriterien im Rahmen der neuen Erstellungsperiode neu definiert, um die Qualität und Aussagekraft dieser Ausweise zu steigern. Ziel ist es, die im Energieausweis vorhandenen Daten (Energiekennzahlen wie z. B. Heizwärmebedarf, Kohlendioxidemissionen, Anteil erneuerbarer Energien sowie Gebäudedaten wie z. B. Energieausweisklasse, konditionierte Fläche) strukturiert abzuspeichern, um sie für weitere Auswertungen und energetische Bewertungen des Portfolios nutzen zu können.

Im Jahr 2019 wurden rund 3.600.000 m² Bruttogrundfläche (BGF) nach dem neuen Energieausweiskonzept gemäß OIB-Rl6-2015 neu berechnet. Das betrifft ca. 40 % der zu bewertenden Gebäudeflächen. Die restlichen 60 % sind für heuer nach wie vor nach OIB 2007 ausgewiesen.

Energieeffizienz BIG-Gebäude, Stand Dez. 2019
Energieeffizienz im Betrieb

Ziel ist der energieeffiziente Betrieb von Gebäuden, der durch eine optimierte Haustechnik, die fachgerechte Inbetriebnahme neuer Anlagen, die ordnungsgemäße Wartung sowie eine effiziente Steuerung der Anlagen möglich wird. Da die Höhe des Endenergieverbrauchs von diesen Faktoren und dem konkreten Nutzerverhalten abhängt, ist die kontinuierliche Optimierung des Betriebs unter Berücksichtigung sämtlicher Parameter von essentieller Bedeutung.

Durch die zunehmende Automatisierung wird der Betrieb von haustechnischen Anlagen immer komplexer. Das Objekt & Facility Management (OFM) der BIG bietet Leistungen, die auf die speziellen Anforderungen des einzelnen Objekts abgestimmt werden und die Nutzerinnen in die Optimierungsprozesse einbeziehen. In den Phasen der Fertigstellung eines neu errichteten oder generalsanierten Objekts und der damit einhergehenden Einregulierung der Anlagen ist die Betriebsführung des OFM der BIG im Falle einer Beauftragung bereits mit ausgewählten Qualifikationen vor Ort. Somit ist ein geregelter und optimierter Übergang in den Regelbetrieb sichergestellt. Während des laufenden Betriebs erfolgen ein kontinuierliches Monitoring der Betriebszustände, darauf abgestimmte Wartungszyklen sowie eine regelmäßige Sensibilisierung des Nutzers für ein energiesparendes Verhalten auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse.

Erfolgsmodell Contracting

Die Optimierung des Betriebs und Beratung erfolgen auch im Zuge des Energieeinspar-Contractings im Rahmen der „Bundescontracting-Offensive“ in Kooperation mit dem Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, mit dem ein großer Beitrag zur Erfüllung der Reduktion des Energieverbrauchs und Entsprechung der Vorgaben des Energieeffizienzgesetzes (EEffG) geleistet wird:

Durch den über Ausschreibungen gewonnenen Einsatz von Planungsbüros und Technologieunternehmen zur Optimierung technischer Anlagen in Büro- und Schulbestandsgebäuden wird der Gebäudebetrieb energieoptimiert gestaltet. Die Gebäudeeigentümerin (BIG) und die Gebäudemieter (in der Regel Ministerien) beauftragen ein externes Dienstleistungsunternehmen (Contractor) um Energieeinsparmaßnahmen in den Gebäuden während der Vertragslaufzeit zu realisieren und für die Betriebsführung ausgewählter energietechnischer Anlagen zu sorgen. Der Contractor setzt jene Maßnahmen um, die sich während der Vertragslaufzeit durch die eingesparten Energiekosten refinanzieren. Er garantiert eine gewisse Höhe der Energiekosteneinsparung und wird danach vergütet.

2019 befinden sich 36 % der Mietflächen der BIG (exkl. Universitäten) und ARE in Contractingverträgen. Seit dem Start des Contractings 1999 konnten bis einschließlich 2018 rund 175.000 Tonnen CO2 und rund EUR 45 Mio. eingespart werden.