Aus Alt mach Neu - Kreislaufwirtschaft spart Ressourcen

Ist das noch gut oder kann das weg? Dieser Frage stellten sich kürzlich Studierende unter Anleitung von Carola Stabauer, Lehrbeauftragte am Institut für Architektur und Entwerfen an der TU Wien, am Beispiel des derzeit leer stehenden ehemaligen Wien Energie-Komplexes in Wien-Alsergrund. Ab kommendem Jahr entsteht hier der neue MedUni Campus Mariannengasse (MCM) für die Medizinische Universität Wien. Große Teile des Komplexes müssen dafür weichen, doch in den Gebäudeteilen verbergen sich wahre Schätze, die es zu bergen gilt.

Stabauer ist Mitbegründerin der Re-Use-Initiative Materialnomaden, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Materialien und Einbauten aus Rückbauprojekten zu bewerten, gegebenenfalls aufzuarbeiten und neuen Nutzungen zuzuführen - sei es für konkrete Umsetzungsprojekte oder den Online-Verkauf. In einem Workshop in den Bauten aus der Zeit der Jahrhundertwende bis in die siebziger Jahre schärfte sie nun gemeinsam mit Materialnomade Max Mackinger das Auge ihrer Studierenden für den Wert der Dinge. 

Catherine Gillier-Krajc, als BIG-Projektmanagerin gemeinsam mit Christine Lath für die Realisierung des MCM verantwortlich, führte zunächst durch die Gebäude, bevor sich die Studierenden ans Werk machten. Unter fachkundiger Anleitung wurde noch Brauchbares identifiziert, neue Verwendungsmöglichkeiten skizziert und einige Materialien ausgebaut. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Kreislaufwirtschaft in der Baubranche geleistet. Die Architektinnen und Architekten von Morgen werden künftig dazu beitragen, mit vorhandenen Ressourcen zu planen und zu arbeiten - ein Best Practice-Beispiel für Nachhaltigkeit.