Kärntner Holzbaupreis 2019 für Pitzelstätten

Klimaresilientes Bauen und Komfort für Schülerinnen und Schüler standen schon bei der Planung der durch das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus beauftragten Sanierung und Erweiterung im Fokus: Im Zuge der Generalsanierung des Schülerheims „Südtrakt“ wurde das Bestandsgebäude komplett entkernt, das Innere neu strukturiert und um eine Aufstockung erweitert. Auf rund 3.400 Quadratmetern konnten damit neue Raumkonzepte auf vier Stockwerken verwirklicht werden. Sämtliche Wohneinheiten verfügen anstelle von Vierbettzimmern nun über Zweibettzimmer mit Vorraum und Sanitärbereich. Einen kommunikativen Mehrwert bieten die neu entstandenen und über zwei Stockwerke gelegenen Sitzstufen in den Aufenthaltsbereichen. Zusätzlich wurde ein zweigeschossiger Neubau mit rund 3.200 Quadratmeter  errichtet und mit dem bestehenden Süd Trakt zu einem Hofgebäude zusammengeschlossen. Für Freizeitaktivitäten steht der Pavillon mit integrierten Aufenthaltsräumen und Teeküche zur Verfügung. 

Bei beiden Gebäuden kam Holzmassivbauweise zum Einsatz. Insgesamt wurden rund 3.000 Kubikmeter Holz verbaut. Die Trennwände zwischen den Zimmern und Gangbereichen sind abwechselnd mit Holz-Glas-Elementen gestaltet. Als Bodenbelag wurde ein robustes Eichenparkett gewählt. Bei der Fassade kam eine unbehandelte vertikale Lärchenholzverschalung zur Anwendung. Zusätzlich sorgen Fenster mit 3-fach Verglasung für die notwendige Wärmedämmung. Der hauseigene Brunnen für ressourcenschonenden Wasserverbrauch der WC-Anlagen mit Brauchwasser. Auch in Hinblick auf die Energieeffizienz wurde das Internatsgebäude auf den neuesten Stand gebracht. Während Wärme durch bestehende Biomasse für den gesamten Schulstandort erzeugt wird, senken zusätzliche Photovoltaikanlagen an der Fassade und auf dem Blechdach des Bestandstraktes den Energieverbrauch. Nach der Sanierung und Erweiterung erfüllt das Schülerheim der HBLA Pitzelstätten sämtliche Niedrigenergiestandards und ist mit Klima-Aktiv Silber zertifiziert. Eröffnet wurde feierlichst am 24. Mai von BM eh. Bundesministerin Elisabeth Köstinger.

Die Jury war sich einig: "Schon beim Betreten des zweigeschossigen scheinbar schwebenden Schülerinnenheimes über eine Brücke wird die atmosphärische und räumliche Qualität des Projektes deutlich spürbar. Der Außenraum und das Bestandsgebäude sind geschickt miteinander verwebt und bilden eine neue Raum- und Funktionskomposition aus. So entstanden ein Hof und ein gedeckter Bereich mit verschiedenen Aufenthaltsqualitäten. Dieser räumliche Mehrwert ist auch im Innenraum konsequent weiterverfolgt worden, was nun das Gebäude prägt und auszeichnet. Konstruktiv wurde die Massivholzbauweise in Sicht gewählt, die konsequent bis ins Detail und auch in der Einrichtung ablesbar ist. Atmosphärisch vermittelt das Gebäude Geborgenheit, Lebendigkeit und ist für die Schülerinnen und Schülern sicher eine zweite Heimat.“

Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie durfte die BIG namens des gesamten Teams den begehrten Landespreis für die gelungene Umsetzung der durch das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus beauftragten Sanierung und Erweiterung entgegennehmen.