Das beste aus Holz: IFA Tulln

Der Holzbaupreis 2018  in der Kategorie "Öffentliche und Kommunalbauten" ist vergeben: Geplant wurde das 2017 fertiggestellte Gebäude von den Wiener Architekten der ARGE DELTA SWAP.

Mit einem Holzanteil von 400m3 und einer CO2 Einsparung von 400t ist das Labor- und Bürogebäude der IFA in Tulln (BOKU Wien) eines der Siegerprojekte in der Kategorie öffentlichen Bauten. Typisch für einen modernen Holzbau, erreicht das Gebäude Niedrigenergiestandard. Gebäudekühlung und außenliegender Sonnenschutz sorgen in den Sommermonaten für ein angenehmes Raumklima. Im Winter erzeugt die Fußbodenheizung behagliche Wärme. Die Versorgung erfolgt über Fernwärme. Die gesamte Haustechnik wird vom Untergeschoß aus gesteuert.

Der Preis wird seit 2000 vom Land Niederösterreich ausgelobt  und prämiert in den Kategorien "Wohnbauten", "Um- und Zubauten, Sanierung", "Öffentliche und Kommunalbauten" und "Nutzbauten" Projekte aus, die sich durch besonders kreativen Umgang mit dem Werkstoff Holz auszeichnen. 2018 ermittelte eine siebenköpfige Expertenjury aus den Bereichen Tragwerksplanung, Architektur und Holzbau aus 65 Einreichungen die vier Kategoriensieger und vergab zusätzlich einen Sonderpreis und sieben Anerkennungen. Die Jurybegründung für die Auszeichnung der IFA Tulln: "Das klare Volumen des zweigeschossigen Baukörpers besticht durch seinen feinsinnigen Pragmatismus und den sinnvollen Einsatz der CLT-Bauweise. Die Fassade (vorgefertigter Holzrahmenbau) mit dem streng rhythmisierten Fensteröffnungen und der Lisenengliederung (integrierter Sonnenschutz) spiegelt die klaren Arbeitsabläufe einer Forschungseinrichtung, die der Wohnlichkeit der Arbeitsumgebung (mit teilweise studentischem Betrieb) große Bedeutung beimisst. Der linear zonierte Grundriss weist gut belichtete Büros Richtung Süden und blendfreies Nordlicht in den Labors auf. In der durchwegs in Industriequalität ausgeführten Erschließungszone ist sogar der Aufzugsschacht in CLT-Bauweise umgesetzt. Durch die eindeutigen Zonierungen, innerhalb deren die Raumbegrenzungen variabel sind, ist nicht nur die Orientierung im Gebäude, sondern auch das Zusammenspiel von Bautechnik und Nutzung souverän gelöst."