Ökologische Baustoffe

Ökologische Baustoffe benötigen zur Herstellung deutlich weniger Energie, basieren nicht auf Erdöl, sorgen für ein gesundes Raumklima, sind weitgehend frei von Schadstoffen und garantieren - sollte es einmal zum Abbruch kommen - eine umweltgerechte Entsorgung.

Um herauszufinden, wie ökologisch tatsächlich ein Gebäude ist, führt die BIG im Rahmen des Holistic Building Program (Modul Ökologisches Gebäude) eine Gesamtbewertung der eingesetzten Baustoffe mittels anerkannter Ökokennzahlen (OI3-Index) und Entsorgungsindikatoren (EI) durch.

NACHWACHSENDER ROHSTOFF HOLZ

Besonders der Baustoff Holz erlebt in den letzten Jahren einen starken Aufschwung, nicht nur bei Einfamilienhäusern, sondern auch bei größeren Bauvorhaben. Bei der BIG wird Holz aufgrund des großen technologischen Potentials und der ästhetischen Möglichkeiten in fast allen Planungen von Neubauten, aber auch Sanierungen in der einen oder anderen Form berücksichtigt.

Zubau des Schülerheims in Wieselburg

Im Zuge der Modernisierung der landwirtschaftlichen Fachschule wurde auf Betreiben der Schule ein neues Schülerheim zugebaut, in dem Holz als Hauptbaustoff verwendet wurde. Neben einer statisch tragende Holzkonstruktion sind auch die Fassaden in Form einer Stulpschalung mit Dreischichtplatten großflächig errichtet.  An der Außenhülle des zweiten neu errichteten Turnsaals befinden sich Dünnschicht-Solarzellen, die Schülern wie Forschern als flexible Versuchs- und Demonstrationsanlage dienen. Das Bauvorhaben wurde mit dem Holzbaupreis 2008 des Landes Niederösterreich in der Kategorie Öffentlicher Bau ausgezeichnet.

HTBLA Hallstatt

Die Erweiterung des Werkstättengebäudes wurde in einer tragenden mehrgeschossigen Holz – und Stahlbaukonstruktion ausgeführt. Der gesamte Innenausbau und die Fassade erfolgten in Holz. Zusätzlich wurde ein Pavillon errichtet, wobei dieser in seiner vertikalen Konstruktion (Wände) aus Beton und in seiner horizontalen Konstruktion in Holz (Decken) ausgeführt ist.

Grund für die Entscheidung Holz als Hauptbaustoff einzusetzen war der Wunsch der HTBLA. Da es sich bei der HTBLA um eine Holzbaulehranstalt handelt bestand schon in der Projektidee der große Wunsch vorwiegend Holz einzusetzen.

HBLA Bruck/Mur

Auch beim Umbau und bei der Erweiterung der HBLA Bruck/Mur wurde Holz als Hauptbaustoff eingesetzt. Das Gebäude bekam eine neue Fassade in Holzbauweise und der Innenraum wurde mit Holz funktional komplett neu gestaltet.

Da sich die HBLA Bruck/Mur ausgiebig mit dem Rohstoff Holz beschäftigt, bestand schon in der Projektidee der große Wunsch vorwiegend Holz einzusetzen. Das neue Gebäude wird aufgrund seiner guten Dämmwerte nun der Bezeichnung Niedrigenergiehaus gerecht und entspricht damit den klima:aktiv Anforderungen.

BG/BRG Schwechat

Die Schule wurde um einen dreistöckigen, unterkellerten Neubau auf der gegenüberliegenden Seite des Altbestandes erweitert und ist im ersten Stock über eine gläserne Brücke mit dem Altbestand verbunden. Unterirdisch befinden sich der neue Doppelturnsaal samt Umkleiden und die Haustechnik. Als statischer Hauptträger wurde Stahlbeton eingesetzt, die Zwischenträger wurden in Holzbauweise ausgeführt.

Bei einem Architekturwettbewerb entschied eine Fachjury zu Gunsten des Baustoffes Holz. Lamellen vor großen Fenstern prägen die Fassade des ersten und zweiten Stocks. Das neue Schulgebäude erreicht Niedrigenergiestandard. 

BSZ Feldbach

Beim Bauvorhaben BSZ Feldbach wurde eine Aufstockung für neue Klassenräume in Holzbauweise errichtet.

Grund für die Entscheidung Holz als Hauptbaustoff einzusetzen waren vorwiegend statische Erfordernisse (Leichtbau wegen schlechter Bausubstanz und schlechtem Untergrund). Die Aufstockung erfolgte in Leichtbauweise mit Brettschichtplatten, statisch tragend. Die Vorfertigung im Werk ermöglichte eine rasche Bauabwicklung vor Ort.

In Planung: TÜWI BOKU Wien

Im Neubau des TÜWI-Gebäudes sollen drei Institute sowie Lehr- und Lernbereiche und eine Mineraliensammlung untergebracht werden. „Ganz besonders freuen wir uns über die Errichtung eines Hörsaals mit Platz für rund 400 Studierende. Dieser wird dringend benötigt, um größere Lehrveranstaltungen nicht länger extern auslagern zu müssen“, so Andrea Reithmayer, Vizerektorin der BOKU. Um die Verpflegungssituation der Studierenden und Mitarbeiter zu verbessern, werden eine Mensa und ein TÜWI-Lokal mit Gastgärten eingeplant. BIG und BOKU beabsichtigen für den Neubau eine Nachhaltigkeitszertifizierung höchster Qualitätsstufe zu erreichen mit dem Ziel ein Gebäude mit Plusenergiestandard zu errichten. Besonderer Fokus im Wettbewerbsverfahren lag daher auf der Integration von ökologischen Baustoffen sowie der Optimierung von Innenraumklima, Funktionalität, Gebäudebegrünung, Lebenszykluskosten und nachhaltigem Freiraum. Bei der Umsetzung sollen die oberirdischen Stockwerke großzügig verglast werden, um für ausreichend Tageslicht im Inneren zu sorgen. Vertikal angeordnete Holzschwerter werden die Fassade optisch nach außen prägen und sorgen für eine gute Anpassung des Gebäudes an die Umgebung.

Ehemaliges Postamt in Kufstein

Ein Vorzeigeprojekt der ARE West ist das ehemalige Postamt in Kufstein, das zu einer modernen Tierarztpraxis umgebaut wurde. Der Holzbau mit seiner außergewöhnlichen Fassade ist seit Februar 2015 ein neuer Blinkfang im Herzen der Kleinstadt.

Labor- und Bürogebäude BOKU in Tulln

Bis Ende 2016 entsteht in Tulln ein zweigeschoßiger Holzbau in Niedrigenergiebauweise mit rund 1.200 m2 Fläche. Darin untergebracht werden hochmoderne Forschungslabore, ein umfangreicher Gerätepark und 45 Hektar landwirtschaftliche Versuchsflächen. In dem zukünftigen Ökologischen Kompetenzzentrum werden die Forschungsschwerpunkte erneuerbare Ressourcen, Bioressourcen und biobasierte Technologie sein. Für das zukunftsträchtige Gebäude sollen ausgewählte Materialien, ein durchdachtes Licht- und Raumkonzept sowie eine gute Luftversorgung den Energieverbrauch optimieren.

Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass durch die durchdachte Ausrichtung des Gebäudes (Büroeinheiten sind nach Süden und Westen gerichtet, Labors auf der blendfreien Nordseite des Gebäudes geplant) und die mechanischen Be- und Entlüftung mit Nachtkühlung über Fenster in Verbindung mit einem außenliegenden Sonnenschutz die Versorgung mit Frischluft und die Schaffung eines wohltemperierten Raumklimas energiesparend möglich sind. Die ursprünglich angedachte Wärmepumpenanlage mit Erdsonden konnte aus budgetären Gründen leider nicht realisiert werden, umso wichtiger war es uns, dass die Jury sich für eine Holzbauweise entschieden hat. Denn dank der hochwertig gedämmten, thermischen Gebäudehülle aus unbehandeltem Lärchenholz kann hier nun ein Labor im Niedrigenergiehausstandard entstehen.