Forschung & Innovation

Für die Weiterentwicklung und Optimierung unserer Neubauten und Sanierungen ist Forschung wesentlicher Bestandteil. Dabei geht es vor allem darum multiplizierbare Erkenntnisse in künftige Projekte einfließen zu lassen.

BIG MODERN

In den Leitprojekten Amtshaus Bruck/Mur und in der Fakultät für Technische Wissenschaften Uni Innsbruck des Forschungs- und Technologieprogramms „Haus der Zukunft Plus“ von bmvit und der FFG wurden mit Kriterien erarbeitet, wie sie bei künftigen Sanierungen angewendet werden könnten und wie es gelingt energieeffizient sanierte Gebäude wirtschaftlich darzustellen. Die mittlerweile abgeschlossenen Projekte und deren Ergebnisse finden sich im Weißbuch 2015 des Österreichischen Ökologieinstitutes "Nachhaltiges Bauen in Österreich" wieder. Im Rahmen dieser Forschungsprojekte hat sich unter anderem gezeigt, dass der wichtigste Ansatz für die Umsetzung energieeffizienter Projekte die frühzeitige Beratung und eine langfristige wirtschaftliche und ökologische Gesamtbetrachtung sind. Dies geschieht insbesondere über den frühzeitigen Einsatz von Lebenszyklusanalysen von Projektvorschlägen und - varianten sowie durch ein integrales Planungsteam. Bereits in der Planungsphase sollten die gesamten Lebenszykluskosten eines nachhaltigen Gebäudes betrachtet werden - von der Errichtung, über den Betrieb bis zum Rückbau oder einer Umnutzung. Dabei ist es von Vorteil, wenn Gebäude flexibel und multifunktional gestaltet werden um auf diese Weise während ihrer Lebensdauer etwa vom Büro- zum Wohngebäude oder von der Schule zum Gemeindezentrum umgestaltet werden zu können.

Viele Erkenntnisse aus "BIGMODERN" haben direkte Anwendung im Holistic Building Program gefunden. Es zeigt, wie fortschrittliche Gebäude im Neubau und in der Sanierung umgesetzt werden können. Mit dem "Holistic Building Program" werden die positiven Ergebnisse aus dem "Haus der Zukunft" Programm weiter getragen und seitens der BIG allen Kunden angeboten.

363 Tonnen weniger pro Jahr
GrünPlusSchule GRG7

Das von der TU Wien initiierte und von der BOKU begleitete Projekt hat das Ziel Auswirkungen von Innenraumbegrünungssystemen auf die Qualität der Raumluft zu untersuchen. Erste Zwischenergebnisse werden für dieses Jahr erwartet. Dazu soll es nicht nur weitere Erkenntnisse zu Veränderungen der Raumluftqualität und Verminderung der Schadstoffe in einem Schulgebäude geben, sondern die Einflüsse insgesamt auf das hygro­thermische Verhalten des Gebäudes, das damit verbundene Energiesparpotential, Lärmminderung, Wasserrückhaltung und den Wärmeinsel-Effekt wissenschaftlich untermauert werden.

Um die Wirkung auch für die Schüler spürbar zu machen wurden ganze Wände gemeinsam mit den Kindern in einzelnen Klassenräumen bepflanzt. Zu sehen sind unterschiedliche Pflanzenarten, weil Vielfalt gefördert und Widerstandsfähigkeit der Schützlinge getestet werden soll. Auch der von umliegenden Häusern begrenzte Schulhof wurde kurzerhand zu einer pflanzlichen Versuchsstation umfunktioniert, in der auf den Fassaden unterschiedliche Bewässerungs- und Eintopfsysteme auf ihre nachhaltige Funktionsfähigkeit getestet werden. Bereits bepflanzt, aber erst im Frühling zu sehen ist die Dachbegrünung mit Photovoltaik Kombination, sie soll eine optimale Lösung für die Energie­effizienz in gesamt­ökologischer Betrachtung liefern. Lesen Sie mehr zur GrünPlus-Schule....

Plus Energiehaus - TU Getreidemarkt

Bei der Errichtung von Österreichs größten Plus-Energie-Bürogebäude am Standort Getreidemarkt der TU Wien ist die BIG Projektpartner. Im Rahmen des Programms Haus der Zukunft+ des Bundesministeriums für Forschung, Innovation und Technologie, das seitens FFG und KPC gefördert wurde entstand 2016 ein Vorzeigeprojekt.

Das in den 60er Jahren entstandene ehemalige Laborgebäude der TU Wien steht nach Sanierung beinahe wie neu da und beherbergt nun moderne Büros, Seminar- und Veranstaltungsräume. Fassade und Zwischenwände wurden abgebrochen, nur die tragende Struktur blieb erhalten, sodaß die Räume der Nutzung entsprechend auf insgesamt 14 Etagen neu angeordnet werden konnten. Ein zusätzlicher, rund 250 Personen fassender Hörsaal wurde unter dem Audimax geschaffen, das sich nun über zwei statt drei Geschoße erstreckt. Auch Technik und  Brandschutz sind wieder auf dem aktuellsten Stand und das Haus ist barrierefrei zugänglich. Das Highlight des Gebäudes ist aber seine  Energieeffizienz.

Das Institut darf sich nun größtes Plus-Energie-Gebäude Österreichs nennen, weil es mehr Strom produziert als verbraucht. Wärmerückgewinnung oder bewegungsgesteuerte LED-Beleuchtung sorgen für einen äußerst geringen Energieverbrauch. Die benötigte Energie erzeugt eine insgesamt 2.400 Quadratmeter umfassende Photovoltaik Anlage auf dem Dach und in der Fassade.

SMART REPAIR

Das BIG-interne Forschungsprojekt fokussiert sich auf die gegenseitige Beeinflussung einzelner energietechnischer Maßnahmen. Daraus sollen sinnvolle Maßnahmenkombinationen für zukünftige energetische Instandhaltung und Sanierung entwickelt werden.

So wurden beispielweise in der Schule der Technik in Wien Klassenzimmer mit herkömmlicher Beleuchtung verglichen mit jenen durch LED-Leuchtmitteln aufgerüstete Klassen.

Insbesondere durch die tageslichtabhängige Steuerung konnte eine Reduktion des Stromverbrauchs von rund 40% erreicht werden.

Am CampusTechnik der Universität Innsbruck ist wiederum eine LED-Außenbeleuchtungsanlage geplant, die mit einem Telemanagement-System überwacht und gesteuert wird.

Ziel ist eine Stromkostenersparnis von ca. 15.000 Euro im Jahr. Die Mehrkosten der Anlage soll sich in rund zehn Jahren amortisiert haben.

BIG CONAIR

Zur Untersuchung des Raumklimas in Containern hat sich die BIG an dem auch von der FFG geförderten Projekt der Universität Innsbruck beteiligt. Umgesetzt von der Fakultät für Technische Wissenschaften Innsbruck, Arbeitsbereich Holzbau. Temporäre Übersiedlungen während Umbauten oder Sanierungen und Unterbringung in Containern ist zwar nur Übergangslösung, aber auch in dieser Zeit ist eine gute Raumluftqualität ein wichtiges Kriterium um die Arbeits- und Lernqualität zu erhalten.

Mit BIGCONAIR wurde die Unterschiedlichkeit der Raumluftqualität im Unterschied zu Stahlcontainern untersucht. Im Rahmen einer Übersiedlung während der Sanierung des Hauptgebäudes der Fakultät für Technische Wissenschaften am Campus Technik wurden zwei neue Doppelcontainer in Holzbauweise errichtet. Über zwei Jahre lang wurden Raumluft-Messungen durchgeführt und die Luftqualität in herkömmlichen Stahlcontainern mit jener in den neuen Holzcontainern verglichen. Mit dem Ergebnis einer starken Reduktion von Emissionen während der Nutzungsphase.