Energie & Umwelt

Österreich will mit der Reduktion seiner Treibhausgasemissionen unter gleichzeitiger Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien einen großen Beitrag zu den europäischen Klimazielen leisten. Nicht zuletzt durch diese Vorgaben sind Energieeffizienz und Umweltschutz zentrale Schlüsselthemen bei der BIG, sowohl bei Neubauten als auch bei der laufenden Verbesserung des Bestands. Zur Unterstützung der Klimaziele hat sich der Konzern das Ziel gesetzt, den Anteil energietechnisch relevanter Verbesserungen bei Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen sowie sonstiger Einsparungspotenziale zu erhöhen bzw. auf hohem Niveau zu halten. Darüber hinaus ist die BIG im Rahmen des Energieeffizienzgesetzes verpflichtet, von 2014 bis 2020 in ihrem Gebäudebestand insgesamt 125 GWh einzusparen – das entspricht dem jährlichen Energieverbrauch einer Kleinstadt. Dazu setzt sie auf groß angelegte thermische Sanierungen, Energieeinsparcontracting und Instandhaltungsmaßnahmen sowie auf das Mitwirken von Mieterinnen und Nutzern. Etwa 20% der Mieterlöse fließen pro Jahr In die Instandhaltung der Gebäude, zu einem erheblichen Anteil in energietechnisch relevante Verbesserungen.

Die in den letzten Jahren gesetzten Maßnahmen zeigen bereits Wirkung:

  1. Thermische Sanierungen: Eine Analyse der größeren Sanierungsprojekte der letzten beiden Jahre zeigt, dass durch gezielte Maßnahmen wie thermische Sanierung oder Erneuerung der Anlagentechnik durchschnittlich 48 % Endenergie eingespart werden konnten. Dazu kommen zahlreiche Einzelmaßnahmen, wie die Sanierung der Leitprojekte  Amtshaus Bruck/Mur und der Fakultät für Technische Wissenschaften Uni Innsbruck des Forschungs- und Technologieprogramms „Haus der Zukunft Plus“ des bmvit bewirkt eine jährliche Einsparung von 363 Tonnen CO2 - gleichzeitig fanden die Erkenntnisse daraus in einem eigenen Kriterienkatalog  (Holistic Building Program) Niederschlag, der nun auf andere Projekte angewendet werden kann.
  2. Energieeffizienz: Mittels der ausgewiesenen Effizienzklassen der Energieausweise wurde das aushangpflichtige Portfolio energetisch bewertet. Ein Drittel des untersuchten Bestandes weist zumindest Niedrigenergiehausstandard (Energieeffizienzklassen A++, A+, A und B) auf.
  3. Energieeinsparcontracting: Energieeinsparung seit 1999 von rund 820 GWh = CO2-Einsparung  rund 150.000 Tonnen = Energiekosteneinsparung rund EUR 38 Mio.
Energiemix

Bereits rund 74 % der Gesamtflächen des Konzerns werden mit klimaschonender Fernwärme beheizt. Der Anteil fossiler Brennstoffe ist auf 21 % gesunken und wird weiterhin im Rahmen von künftigen Sanierungen reduziert, soweit alte Heizsysteme nicht als Subsidiärsysteme aufrechterhalten werden müssen.

Bei Neubauten wird in allen Bereichen von vornherein auf die Vermeidung fossiler Energieträger geachtet und mit dem Kunden umweltfreundliche Alternativen evaluiert. Mit dem Einsatz von Umwelttechnologien wie Geothermie, Solarthermie, Betonkernaktivierung, Wärmerückgewinnung, Photovoltaikanlagen und raumklimatischen Untersuchungen unterstützt die BIG Maßnahmen zur Erreichung der Umweltziele und Erkenntnisgewinnung für die Zukunft.

Im Rahmen des Contracting wurden im Schulbereich bis zum Berichtszeitpunkt 43 Photovoltaik-Anlagen installiert. Darüber hinaus sind in anderen Bereichen 33 Photovoltaik-Anlagen und elf Solarthermieanlagen auf Bestandsobjekten in Betrieb.

Energieeffizienz

Ziel der thermischen Sanierungsprojekte ist nicht nur die rein energetische Optimierung der Hülle, sondern eine ganzheitliche Betrachtung des Gebäudes. Voraussetzung dafür ist, dass Mieter und Nutzer die damit verbundenen zusätzlichen Investitionskosten tragen und diesen Auftrag bei der BIG, die sie in nachhaltigen Belangen berät, auch definieren.

Mittels der ausgewiesenen Effizienzklassen der Energieausweise wurde das aushangpflichtige Portfolio energetisch bewertet. Ein Drittel des untersuchten Bestandes weist zumindest Niedrigenergiehausstandard (Energieeffizienzklassen A++, A++, A+ und B) weisen auf.

Die meisten Projekte gehen aus gesamtwirtschaftlicher Sicht mit einer Erweiterung bzw. einem Umbau einher, um die Nutzungsbedingungen individuell anpassen und verbessern zu können. Eine Analyse der größeren Sanierungsprojekte der letzten beiden Jahre zeigt auch, dass durch gezielte Maßnahmen wie thermische Sanierung oder Erneuerung der Anlagentechnik durchschnittlich 48 % Endenergie eingespart werden konnten.

Lebenszykluskostenbetrachtung

Nachhaltige Maßnahmen spiegeln sich in den Lebenszykluskosten wider. Daher gilt es, die Auswirkungen von Investitionskosten auf Nutzungs- und Instandhaltungskosten bereits bei der Planung zu berücksichtigen und sie einer gesamtwirtschaftlichen Betrachtung zu unterziehen.

Die HBP-Potenzialanalyse ist ein erster Schritt, diese sichtbar zu machen. Sie wird bei Beauftragung im Zuge der Grundlagenerhebung zu einem sehr frühen Zeitpunkt durchgeführt, sodass ihre Ergebnisse als Entscheidungsgrundlage für Kundinnen dienen können. Die Anwendung des Moduls Lebenszykluskosten im HBP wird in Zukunft zeigen, wie gut es im Unternehmen verankert werden kann.

Betriebsführung

Die integrale Planung durch die frühzeitige Einbeziehung von Facility-Managern, Betriebsführungs- und Energieeffizienzexpertinnen in die Entwurfsplanung unterstützt eine ganzheitliche Kostenbetrachtung und eine Optimierung des Gesamtenergieverbrauchs von Anfang an.

Der Endenergieverbrauch hängt neben der Qualität der technischen Anlagen und der verwendeten Geräte maßgeblich auch vom Verhalten der Nutzer ab. Dafür bietet das Unternehmen Beratung von der Planung über die Betreuung durch die OFM-Teams bis hin zur Ausarbeitung von Optimierungskonzepten.

Erfolgsmodell Contracting

Wir haben uns im Rahmen des Energieeffizienzgesetzes verpflichtet, von 2014 bis 2020 insgesamt 125 GWh Energie im eigenen Gebäudebestand einzusparen - das entspricht dem jährlichen Energieverbrauch einer Kleinstadt. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, setzt das Unternehmen auf groß angelegte thermische Sanierungen, Energieeinsparcontracting und laufende Instandhaltungsmaßnahmen, die der Energieeffizienz zugutekommen.

Einen großen Beitrag zur Erfüllung des Energieeffizienzgesetzes leistet das Energieeinsparcontracting im Rahmen der „Bundescontracting Offensive“ in Kooperation mit dem Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort. Dabei werden die Leistungen von Planungsbüros und Technologie-Unternehmen aus den erzielten Energieeinsparungen refinanziert, wodurch seit dem Start des Projektes 1999 bis einschließlich 2016 eine Energieeinsparung von insgesamt rund 820 GWh, eine CO2-Einsparung von rund 150.000 Tonnen bzw. eine Energiekosteneinsparung von rund EUR 38 Mio. erzielt wurden. Die im Rahmen des Contracting erreichten Ziele werden bei Vorliegen der im EEffG normierten Grundlagen bei der Monitoringstelle eingemeldet.

Forschung & Innovation

Um nachhaltig und zukunftsorientiert bauen, sanieren und bewirtschaften zu können, braucht es Weiterentwicklung. Eines unserer Anliegen ist es daher neue Technologien und Innovationen voranzutreiben. Die BIG bewirtschaftet Immobilien, die heute und morgen unterschiedlichste Funktionen erfüllen müssen. Sie sind von hoher architektonischer und baulicher Qualität, die einen Mehrwert schafft – nicht nur für sämtliche Nutzer, auch für das Umfeld und die Gesellschaft insgesamt. Erkenntnisse, die wir aus Bau und Bewirtschaftung gewinnen, helfen uns ebenfalls Maßnahmen weiter zu entwickeln, lesen Sie mehr... 

BIG internes Umweltmanagementsystem (UMS)

Im Herbst 2015 wurde das Umweltmanagementsystem des BIG Konzerns (kurz UMS) nach ISO 14001 zertifiziert. Die internationale Norm liefert wichtige Leitlinien, um den Umweltschutz erfolgreich zu organisieren, Ressourcen und Kosten einzusparen und Umweltrisiken frühzeitig zu erkennen. Zudem erfüllt die BIG mit dem UMS die Anforderungen des Energieeffizienzgesetzes. Im Rahmen des UMS werden Umweltaspekte und deren Auswirkungen erfasst, relevante Themen identifiziert und mittels Nutzwertanalyse bewertet. Die Umweltpolitik sowie ein jährlich aktualisiertes Umweltprogramm geben quer durch alle Bereiche des betrieblichen Umweltschutzes Ziele und Maßnahmen vor – von Green IT über den nachhaltigen Einkauf bis zum Fuhrpark-Management. Überprüft werden der Fortschritt wie auch die Performance des gesamten Systems anhand von festgelegten Kennzahlen, jährlichen Managementreviews sowie im Rahmen von regelmäßigen internen und externen Audits.

Das UMS stellt auch die Rechtskonformität des Betriebs in Bezug auf geltendes Umweltrecht sicher. Dazu werden alle umweltrelevanten Vorschriften (Gesetze, Verordnungen, Bescheide) identifiziert, in einer Umweltrechtsdatenbank erfasst und die daraus entstehenden Verpflichtungen umgesetzt und überprüft. Die Verantwortung für die erfolgreiche Umsetzung des UMS liegt beim zuständigen Geschäftsführer und beim Umweltbeauftragten der BIG, der wiederrum von einem Umweltteam mit Mitarbeitern aus allen Standorten unterstützt wird.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BIG verbrauchen bei ihren Tätigkeiten Ressourcen und Energie. Der Einkauf von Produkten und Dienstleistungen, die ökologischen und sozialen Standards entsprechen, ist demnach für den Konzern ein wichtiger Hebel, um nachhaltige Wirkung auch entlang der Lieferkette zu generieren: Auf Basis des Nationalen Aktionsplans „nachhaltige Beschaffung“ und der Mustermappe Ökokauf Wien wurde im Rahmen des UMS eine verpflichtende interne Richtlinie für den zentralen Einkauf ausgearbeitet. So muss etwa Kopierpapier chlorfrei sein, aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen und ein anerkanntes Umweltzeichen tragen. IT-Geräte haben die Anforderung, bei der Informations-Plattform www.topprodukte.at mit dem Zertifikat Gold oder Silber ausgezeichnet zu sein, und Fahrzeuge müssen strenge Emissions-Grenzwerte erfüllen bzw. idealerweise alternativ angetrieben werden.

Ein weiterer Schwerpunkt des BIG Umweltmanagements liegt auf den Themen Green IT und ökologischer Arbeitsplatz. Im Rahmen eines Energiemonitoring-Projektes wurden die Verbräuche aller IT-Geräte ermittelt und daraus sinnvolle Energiesparmaßnahmen, etwa die Virtualisierungen von Servern, abgeleitet. Durch die Verringerung der Zahl der Arbeitsplatzdrucker und die Sensibilisierung der Mitarbeiter für papiersparenden, doppelseitigen Druck konnten in den letzten Jahren über 1000 Toner-Kartuschen und 20.000 kg Kopierpapier eingespart werden.

Wer auf Fahrten mit dem Dienstauto verzichtet, kann außerdem auf das Car-Sharing Angebot von BIG und ARE zurückgreifen. Für kurze Fahrten in der näheren Umgebung stehen neben Diensträdern und E-Bikes neuerdings auch E-Roller zur Verfügung. Zudem gibt es für alle Mitarbeiter des BIG Konzerns österreichweit eine gratis Jahresnetzkarte für den innerstädtischen Bereich.

Ein besonderer Fokus auf nachhaltige Beschaffung und Umweltfreundlichkeit wird bei der hausinternen Verpflegung gelegt. So werden beispielsweise fair gehandelter Kaffee und Obstsäfte aus Österreich verwendet. Die Events der BIG werden nach den Vorgaben des Österreichischen Umweltzeichens für Green Events organisiert. Dabei wird z.B. auf erhöhte Energieeffizienz, Abfallvermeidung und umweltschonende An- und Abreise der Gäste geachtet. Zentrale Aspekte sind auch regionale Wertschöpfung und soziale Verantwortung.

Für die jährliche Veranstaltung BIG Time gab es im Jahr 2013 sogar den Sonderpreis Green Events von Event Austria.